Corporate Blog: Mit diesen 7 ½ Beitragsformaten erschaffen Sie sich treue Fans

Mit einem Blog auf der Webseite Ihres Unternehmens wollen Sie nicht nur den Traffic erhöhen, Sie wollen aus Lesenden Fans Ihrer Marke machen. Fans, die Ihre Expertise respektieren und deshalb immer wieder auf Ihre Inhalte zurückgreifen. Das funktioniert nicht mit allen Text-Formaten. Wenn Sie nur informieren möchten, hören Sie hier auf zu lesen. Das langweilt Ihre Zielgruppe.

WARUM?
Ich schreibe diesen Text, weil ich in den letzten Monaten immer wieder lückenhafte Briefings zur Content-Erstellung erhielt. Mit diesen Kurzbriefings soll ich super konvertierende, hochperformante Blogbeiträge erstellen. Die Unternehmen stecken kaum Zeit in das Thema. Und sie haben keine bis auf die eine Aufgabe definiert: Das Unternehmen soll ‚gut dastehen‘. Ah ja. Ein Blogbeitrag für den Papierkorb, denke ich.

Ich lese kurz durch das Briefing, dann schreibe ich eine Antwortmail, in der ich nach dem WAS und dem WIE frage. Natürlich liefere ich gleich Vorschläge. Und natürlich soll ich mich als Texterin um den Wow-Effekt kümmern. Doch

gibt es eher den So-la-la-Effekt im breiten Meer des Blog-Dschungels.

Um die Frage WAS SOLL DER BLOGBEITRAG BEWIRKEN? beantworten zu können, ist die Frage nach dem Format des Blogartikels eine durchaus hilfreiche Strategie.

7 einhalb Blogbeitraege für Corporte Blogs

DARUM.
Erkennen Sie sich wieder?
Ich schreibe diesen Blogbeitrag

Weil es so wichtig ist, wiederhole ich gerne: Die Verantwortlichen von Unternehmensblogs sollten sich vor der Beitragserstellung überlegen:

„Wie kann der neue Blogartikel unseren Leser:innen helfen, damit deren Begeisterung auf unser Unternehmensziel einzahlt?“

Die Win-win-win-Situation:

DISCLAIMER: Es handelt sich hier ausschließlich um Text-Formate für Blogbeiträge. Wünschen Sie sich Video- oder Audio-Formate, wenden Sie sich vertrauensvoll an meine Kolleg:innen dieser Content-Abteilungen.

WIESO SIND BEITRAGS-FORMATE FÜR MEINEN CORPORATE BLOG SO RELEVANT?

Es gibt unzählige Textsorten, die anleiten, informieren, quälen. Ich stelle nur die vor, die ich für die Kommunikation von Corporate Blogs relevant finde. Diese Blogs haben eine andere inhaltliche Positionierung oder Erzählperspektive als Blogs von Privatpersonen oder Einzelunternehmenden. Sie alle sollten auf ein Ziel hinarbeiten, doch tun es die wenigsten: Mehrwert für die Lesenden schaffen und damit unterm Strich effektiv auf das Businesskonto einzahlen.

Einen ‚Mehrwert für die Besucher:innen produzieren‘ haben Sie bereits von anderen Kommunikations-Experten und Marketing-Spezialisten gehört. Nur so locken Sie Interessenten auf Ihre Website. Wer hierzu Nachholbedarf verspürt, googelt ‚content mehrwert‘. Dieses Wissen vorausgesetzt, springe ich einen Schritt weiter und postuliere: Verwenden Sie ausschließlich diese 7 ½ Text-Formate für Blogbeiträge auf Ihrem Unternehmensblog,

WER SIND DIESE LESENDEN VON CORPORATE BLOGS?

Es gibt 2 grob zu unterscheidende Blog-konsumierende Gruppen: die Internet-Surfenden und die Fakten-Checkenden. Surfende schnarchen durchs Internet und lassen sich von vorgeschlagenen Ergebnissen inspirieren. Die Checkenden suchen gezielt nach bestimmten Informationen; jetzt.

„Ich bin gerade im Setesdal in Norwegen und möchte wissen, was man hier Schönes treiben kann“,

ist ein völlig anders Ziel als:

„Ich möchte jetzt im Setesdal Angeln und wissen, wie ich eine Makrele waidgerecht platt mache“.

Gehört Ihre Leserschaft zur Gruppe der Surfenden oder zu den Fakten-Checkenden? Möchten Sie mit Ihrem Unternehmensblog berieseln und Ihre Gäste mit allgemeinen Informationen zu Ihrer Branche einlullen? Oder besteht der Mehrwert Ihrer Blogbeiträge in der Vermittlung von relevantem Branchen-(Mehr-)Wissen, aktuellen Fakten, sozialer Haltung und Produkt-Knowhow?

Corporate Blog Diagramm Internetnutzung in EU
Was treibt Mensch im Internet| www.bpb.de

Gruppe A, die Surfenden, zähle ich zur Leserschaft von Blogs. Nicht Corporate Blogs, nur Blogs. Blogs, die von Menschen befüllt werden, deren Beruf das Bloggen ist. Sie informieren über alles rund um ihr Thema – im Fall vom Setesdal über Norwegen, die Region, die Kultur, das Essen, die Menschen, den Elch. Wenden Sie dieses Format auf Ihren Unternehmensblog an, werden Sie niemals fertig: Kfz-Werkstatt Car-Love – Autotypen, Autobesitzende, Straßentauglichkeit, Inventar, das Lenkrad. Sinnlos.

Ihre Zielgruppe sollte Gruppe B, die Fakten-Checkenden, sein: Menschen, die gezielt nach einer Information Ihrer Branche suchen, werden bei Ihnen fündig. Auch beim zweiten Mal. Bei der dritten Suche gehen sie direkt auf Ihren Unternehmensblog und kommen nicht über Google.

Weil:

TEXT-FORMATE FÜR CORPORATE BLOGS, DIE WIRKLICH AUF IHRE ZIELE EINZAHLEN

Ich wiederhole: Beiträge von Corporate Blogs haben immer eine bestimmte Funktion. Wenn nicht, hören Sie auf, einen Blog zu betreiben.

Dieser Blogbeitrag hilft Ihnen, das richtige Text-Format für das Corporate Blogging zu bestimmen und mir, damit ich ein gutes Briefing von Ihnen erhalte. Darin steht geschrieben, wie dieser Blogbeitrag aufgebaut sein soll, damit er Ihren Fans Mehrwert liefert und folglich das Wunschziel Ihres Unternehmens erfüllt.

Dabei müssen Sie überzeugen. Emotional oder persönlich geschrieben, nehmen Sie Ihr Lesepublikum auf mehreren Ebenen mit: Information und Unterhaltung. Die Umsetzung ist in der Tat mein Job. Niemand brennt so sehr für Ihr Unternehmen, wie Sie selbst. Deshalb können auch genau Sie die bestmögliche Grundlage für einen Text liefern.

Übersicht zu den Text-Formaten für Corporate Blogs und was jedes einzelne für Ihr Business tun kann:

Update-Beitrag

Damit meine ich nicht die Aktualisierung veralteter Blogbeiträge (was dennoch ein wichtiger Punkt ist). Ich spreche von sich wandelnden Situationen Ihres Marktes oder von politischen Entscheidungen, die den Absatz Ihrer Produkte stark beeinflussen.

Ein Beispiel dafür ist die IT-Recht-Kanzlei. Die haben so ein Glück, jede Woche neue Rechtsprechungen, Präzedenzfälle und Probleme im Online-Recht. Wenn Sie nicht in einer sich schnell wandelnden Branche wie die Kanzlei für Online-Recht tätig sind, fallen Sie nicht in die Informationsfalle und schreiben ‚einfach so‘ über Fragmente Ihrer Branche. Sie dürfen jedoch gern Ihre Meinung zu einem bestimmten Thema kundtun > siehe Meinungsbeitrag.

Branchennews als Update fuer Unternehmensblog
Das Online-Recht schläft nie. Es liefert unaufhaltsam Content für Upate-Beiträge. | it-recht kanzlei

Schreiben Sie auch über Neuerungen in Ihrem Unternehmen, lassen Sie Highlights herausstechen. Die Chance, dass Neues einen Mehrwert für Ihre Fans bietet, ist recht hoch. Als Novum kann es woanders noch nicht stehen. Sie zeigen mit Update-Beiträgen, dass Sie am gesellschaftlichen Geschehen teilnehmen, dass Sie aktiv sind und mitdenken. Ihre Fans wissen, bei Ihnen bekommen sie the latest news und schauen immer wieder gern vorbei.

Meinungsbeitrag

Ein Meinungsbeitrag ist ein Statement zu einem bestimmten Status quo innerhalb einer gesellschaftlichen, politischen – oder in Ihrem Fall – Branchensituation. Das ist Ihre Beitragsform, wenn Sie es beispielsweise satthaben, dass Ihre Branche von einer männlichen Kommunikation dominiert wird. Oder wenn Sie darüber aufklären möchten, dass Ihre nachhaltigen Produkte aufgrund politischer Entscheidungen keine Zukunft auf dem Markt haben.

Erleuchten Sie Ihr Publikum mit stichhaltigen Argumenten und begründen Sie Ihre Aussagen. Zeigen Sie Ihre Haltung nach außen, erhalten Sie, beziehungsweise Ihr Unternehmen, ein Gesicht und festigen Sie Ihre öffentlichkeitswirksame Persönlichkeit.

Corporate Blog Inhalte Realitaetscheck
Orientieren Sie sich an den Inhalten anderer Unternehmensblogs oder veröffentlichen Sie eigene Standpunkte?

Oder lassen Sie Ihre Fans von Ihrer Expertise profitieren und geben ihnen einen Ausblick. Teilen Sie Ihre Branchen-Prognosen für die Zukunft, das nächste Jahr, das nächste Quartal.

Meinungsbeiträge sollten zwar von der Person selbst verfasst werden, die diese Einstellung vertritt. Ich kann mich aber auch ordentlich in Ihrem Namen schriftlich empören oder Innovationen lobend hervorheben.

Interview

Ein Gespräch mit Expert:innen Ihrer Branche ist auch eine Form des Meinungsbeitrages. Hier kommen andere zu Wort. Verlieren Sie sich nicht in der Expertise Ihres Gegenübers, haben Sie vor dem Interview eine klare Zielstellung vor Augen: Wieso wollen Ihre Fans dieses Interview lesen?

Die Antwort sollte niemals sein: Interesse. Schlimmer, Neugierde. Worauf denn? Ob die andere Expertenmeinung die eigene bestätigt?

Eine zielführende Antwort könnte sein:

Mit Interviews sorgen Sie für Abwechslung innerhalb Ihrer Branchenthemen. Sie haben keine Scheu, andere zu Wort kommen zu lassen und stellen relevante Fragen. Wow, sind Sie stark.

Das Interview: Überfordern Sie Ihren Gegenüber nicht mit Schachtelfragen und langweilen Sie ihn nicht mit allgemeinem Branchen-Schmus. Kurze, präzise Fragen, die offen formuliert sind, damit mehr als nur ein ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ als Antwort herauskommt, lohnen immer. Die Fragen können Sie vor dem Interview bereits von der textenden Person sichten oder gleich erstellen lassen.

Wenn das Interview im Text-Format präsentiert wird, konzentrieren Sie sich in der Vorbereitung auf die Interview-Situation. Der Text wird im Nachhinein erarbeitet. Je großartiger das Interview selbst ist, desto genialer wird der Blogbeitrag.

Sollten Sie und die zu interviewende Person nicht an einem Ort zusammenkommen, können Sie per Videochat kommunizieren oder Ihre Fragen per E-Mail versenden. Vorteil E-Mail: Die Antworten sind schon in Textform gepackt. Nachteil: Die Antworten fallen in der Regel kurz aus, weil niemand große Lust verspürt, ewig lange Texte einzutippen.

Im Anschluss können Fragen und Antworten in einen spannenden Blogbeitrag formuliert werden. Ich habe aus 20-seitigen Interview-Texten Blogbeiträge zu Unternehmens-Philosophien gezaubert, die als Fragen gar nicht auf diesen 20 Seiten vorkamen. Die Originalworte des Interviewten habe ich dennoch bewahrt. Es ist vieles möglich, ohne die Original-Aussagen völlig zu verändern.

Corporate Blog altes Material fuer neue Blogbeitraege
Legen Sie Ihren Fokus auf das Interview. Spannende Fragen liefern aufschlussreiche Antworten.

Seien Sie respektvoll und senden Sie den Beitrag vor Veröffentlichung an die interviewte Person zur Freigabe.

Leitfaden

Der gute alte Leitfaden. Ratgeber sind so schön dienlich: Sie ermöglichen lange Schritt-für-Schritt-Beiträge, die Google wohl sehr mag. Ich verfasse regelmäßig How-Tos für meine Kundschaft aus der Online-Welt. Unternehmen, die eher Services oder virtuelle Produkte anbieten, haben größere Chancen mit beschreibenden Blogbeiträgen als traditionsreiche kleine und mittelständige Unternehmen (KMU), die reale Produkte oder lokale Dienstleistungen verkaufen. Die Anwendung von Produkten lässt sich besser im Video-Format darstellen, in Textform heißt sie in der Regel Bedienungsanleitung.

Beim Erklären von Abfolgen, Zusammenhängen oder Problemlösungen sollte unbedingt ein eigener Ansatz gefunden werden. Wenn Sie die Lage der Nation genauso darstellen wie alle anderen Podcaster, YouTuberinnen und Blogger auch, bin ich wieder bei meinem Argument ‚Schreiben-für-den-Papierkorb‘. IHR Leitfaden ist etwas Besonderes, von dem Ihre Fans gerne lernen. Er nimmt eine neue Thematik auf oder beleuchtet das Thema aus einer zeitsparenden Perspektive, mit einer besonderen Methode oder einem einzigartigen Herstellungsprozess.

Ein gesellschaftlicher Wandel wie durch die Corona-Krise kann ebenso thematischer Auslöser in Ihrer Branche werden.

Seien Sie anders, dann erzeugen Sie mit Mehrwert Wow- und Aha-Effekte bei Ihrer Zielgruppe. Gibt es nix Neues, das diesen Mehrwert liefert, lassen wir den Blogbeitrag lieber weg. Damit tun Sie sich selbst, mir und Ihren Fans einen großen Gefallen.

Corporate Blog: Checklisten und Leitfaeden als Bloginhalte
Leitfaden, Anleitung, Liste & Co. sind durchaus dienlich.

In diese Rubrik zähle ich Blogbeiträge mit Listen wie Cheat Sheets und Checklisten hinzu. Bitte erstellen Sie keine Listen, die Ihre Fans in anderer Reihenfolge bereits im Internet finden. „300 Dinge, die jemand nicht mehr kaufen soll“ ist nur interessant, wenn es die Liste nicht schon mit 270 ähnlichen Dingen gibt. Ansonsten reicht ein Link zu dieser bestehenden Aufzählung und Sie berichten von darüber hinausgehendem qualitativ hochwertigem Content.

Auch mit Ressourcen-Listen sollten Sie nicht unendlich viele Blogartikel planen. Nutzen Sie tatsächlich neue Tools oder Branchen-Hacks, schauen Sie lieber, ob Sie eine Liste aus 2018 aktualisieren können, anstatt eine neue zu beginnen.

FAQ | Q&A-Beitrag

Die Frage-Antwort-Runde kann man mal machen. Wenn sich wirklich wiederholt Situationen bei Ihnen ergeben, mehrfach E-Mails, Anrufe oder Blog-Kommentare zu bestimmten Themenfeldern hereinschneien, machen Sie aus diesen einen eigenen Blogbeitrag.

Dann hat er Mehrwert für viele Lesende. Er verschafft Klarheit zu komplexen Abläufen, Versandzeiten oder den Phasen der gemeinsamen Zusammenarbeit. Und er erspart allen anderen Menschen da draußen, die sich diese Frage ebenso stellen, eine E-Mail zu verfassen.

Ihr Unternehmen zeigt seine Kompetenz, weil es bereits mit einer Antwort auf die (noch) nicht gestellte Frage aufwartet. Und es zeigt, dass es die Fragen der Kundschaft ernst nimmt und Kundenservice großschreibt.

User-Case-Beitrag

Eine Referenz, die für Ihr Unternehmen ungewöhnlich ist, sollte unbedingt in Ihrem Unternehmensblog vorgestellt werden. Dann aber auch nicht so, wie Sie üblicherweise Ihr Portfolio präsentieren. Schließlich tanzt dieses Projekt aus der Reihe.

Beschreiben Sie den Startpunkt oder das Kennenlernen, den Weg und das Ergebnis detailliert und unterhaltend, am besten mit vielen Bildern, Videos und Grafiken. Das Text-Format Fallstudie (Case Study) spricht gezielt ein Problem Ihrer Leserschaft an und Sie schildern schwungvoll, wie Ihr Unternehmen diese Herausforderung gemeistert hat. Durch den ungewöhnlichen Werdegang fesseln Sie Ihre Fans. Wenn Sie Probleme und Hürden auf dem Weg beschreiben, bleiben Sie nahbar. Authentizität gewinnen Sie über Zahlen und Fakten.

Ihnen fallen keine Interaktionen mit Klienten, die aus der Reihe tanzen, ein? Das routinierte Alltagsgeschäft lässt Unternehmende gern den einzelnen Baum im Wald nicht erkennen. Fragen Sie Ihr Team oder sprechen Sie mit mir. Mit gezielten Fragen kitzle ich Ihren Spezialfall schon heraus. Gemeinsam zeigen wir Ihren Fans, wie Ihr Unternehmen ungewöhnliche Situationen mit Bravour meistert.

Branchen-Rundumschlag

Der Branchen-Rundumschlag sollte nicht einer der ersten 5 Beiträge auf Ihrem Corporate Blog werden. Bisher galt: Konkurrenz belebt das Geschäft. Wer Branchen-Mitstreitende heute noch als Konkurrenz ansieht, hat den Image-Zug verpasst. Konkurrenz heißt heute Partnerunternehmen. Wir leugnen sie nicht, wir integrieren sie in unsere Unternehmenskommunikation.

Während beim Interview eine Branchen-Autorität zu Wort kommt, erstellen Sie mit einem Rundumschlag eine Branchen-Übersicht. Erwähnen Sie 3 Entrepreneur:innen lobend, zeigen Sie deren Stärken auf und berichten von Leistungen, die diese Persönlichkeiten oder Unternehmen für Ihre Branche erzielt haben. Erklären Sie, weshalb Ihre Fans auch mal bei diesen Unternehmen vorbeischauen sollten.

Corporate Blog: Reminder Note
Begeistern Sie Ihr Publikum mit einer aktuellen Branchenübersicht.

Sie müssen Ihr Unternehmen nicht so darstellen, als hätten Sie Ihre Branche selbst erfunden. Wenn andere Firmen etwas wirklich Cooles entwickelt haben, zeigen Sie Ihre Begeisterung öffentlich. Ich verspreche Ihnen: Ihre Fans sehen das als Stärke an. Sie verlieren damit keine 10 Blog-Follower über Nacht, im Gegenteil, Sie gewinnen neue hinzu.

Bedenken Sie: Branche. Wenn Sie Staubsaugerroboter verkaufen, müssen Sie nicht 10 andere Online-Shops vorstellen. Über Unternehmen aus der Robotik-Branche, neue Anwendungen wissenschaftlicher Erkenntnisse oder Firmen, die einen besonderen umweltschonenden Ansatz verfolgen, lässt es sich wunderbar berichten.

Vorteil: Die genannten Personen werden Ihren Blogbeitrag verlinken und in sozialen Netzwerken teilen.

Gastbeitrag

OK, ein Gastbeitrag ist weniger das Text-Format, das Sie für den eigenen Unternehmensblog wählen können. Da es jedoch ein super wichtiges Blogging-Format ist, das viele Unternehmen unterschätzen, füge ich es diesem Artikel hinzu.

Wenn eine Persönlichkeit mit Branchen-Expertise auf Ihrem Corporate Blog schreibt, sorgt das bei souveräner Themenwahl für frischen Wind. Ein Gastbeitrag auf Ihrem Blog unterstreicht dessen Relevanz. Denn immerhin ist Ihr Unternehmensblog es Ihrem Gastschreibenden Wert, bespielt zu werden. So einen Blogbeitrag zu verfassen, kostet Zeit, Energie und Nerven. Sie wiederum offerieren Gastbeitragenden die Fanbase Ihres Corporate Blogs.

Dieses Mal ist es eine Win-win-Situation:

Wenn ich Gastbeiträge für andere Unternehmensblogs verfasse, suche ich mir kontroverse Themen aus. Themen, bei denen es den Lesenden unter den Nägeln brennt, zu kommentieren. Themen, die beim Teilen in sozialen Netzwerken zu einer hohen Interaktions-Rate führen.

LinkedIn-Diskussion zu gendergerechter Sprache
Der Gastbeitrag 'Gendergerchte Sprache' eröffnete auf LinkedIn eine Gender-Diskussion mit über 120 Kommentaren.
Teilen eines LinkedIn-Beitrags mit 7536 Ansichten
Das Teilen des LinkedIn-Posts erreichte über 7.500 Ansichten. [bei einem mini LinkedIn-Netzwerk von gerade einmal 200 Kontakten; Stand 09/2020]

Über Gastbeiträge haben Sie die Möglichkeit, dass kontroverse Themen von ‚anderen‘ bedient werden und dennoch auf Ihrem Corporate Blog thematisch enthalten sind.

P. S.: Werden Ihre Texte auf anderen Corporate Blogs als Gastbeitrag veröffentlicht, bringt das neue Fans direkt zu Ihnen!

WO IST JETZT DAS WICHTIGE STORYTELLING ABGEBLIEBEN?

Sehr gut erkannt! Der Geschichtenerzähler wird gern als eigenständiges Format genannt. Ich sage, Storytelling kann in fast jedem der oben genannten Beitragsformate angewandt werden. Es ist kein Text-Format, sondern eine Darstellungs-Methode, um lebendige Bilder in unseren Köpfen zu erzeugen.

SO WIRD IHR UNTERNEHMENSBLOG NICHT ZUM SELBSTZWECK

Jetzt wissen Sie, auf welche Text-Formate es auf Ihrem Unternehmensblog ankommt. Alle anderen löschen Sie aus Ihrem Gedächtnis. Klar gibt es weitere Beitragsformate, die für das Corporate Blogging super funktionieren. Sie gehören nur nicht zu denen, die Sie gleich zu Beginn umsetzen sollten.

Es handelt sich um ausgefallene Blogartikel von Buchrezensionen über Dos-&-Don‘ts-Beiträge bis hin zu Branchen-Mythen & Irrtümern, die – ab und an gestreut – aus der Masse herausstechen. Mit diesen Text-Formaten sollte es ein Corporate Blog jedoch nicht übertreiben. Für den Anfang empfehle ich, Ihren Fokus auf diese 7 ½ Beitragsformate zu legen:

Mit diesen Text-Formaten bringen Sie schnell Stabilität in Ihren Corporate Blog, werden Ihrem Unternehmensimage gerecht und erzielen eine relevante Reichweite, die Ihr Lesepublikum in Fans wandelt.

Bevor Sie das inhaltliche Zepter komplett an mich oder meine Kollegschaft abgeben – weil es ja unser Job sei, aus Themen Inhalte zu erschaffen – überlegen Sie sich, warum Sie so keine Lust haben, sich mit I h r e n Themen zu beschäftigen. Wollen Sie diesen Unternehmensblog wirklich? Brauchen Sie ihn? Wenn ja, freue ich mich darauf, diese Haltung zu spüren und Ihre Expertise in einen zündenden Blogbeitrag zu verwandeln.

Neben Text-Format und Zielstellung Ihres Corporate Blogs erwähne ich einen letzten Aspekt: Die bereits existierenden Blogbeiträge auf Ihrem Corporate Blog sollten stets aktuelle Informationen vermitteln. Halten Sie Ihre Bloginhalte neu, neu, neu. Überarbeiten Sie gegebenenfalls und lassen Sie von Ihrem Content-Management-System anzeigen: „Beitrag aktualisiert am D a t u m“. Manchmal ist die Pflege bestehender Artikel zielführender (und kostengünstiger) als das Verfassen eines neuen Blogbeitrags.

Sie haben jetzt eine Übersicht für relevante Beitragsformate und Sie halten Ihren Content aktuell. Sie wissen, was zu tun ist. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Sollten Sie bei der Zielsetzung noch unsicher sein, schreiben Sie mir. Wir entwickeln gemeinsam eine Kommunikationsstrategie, die auch aus Internet-Surfenden treue Fans Ihres Unternehmensblogs macht.

Ihre Jana Berthold

2 Kommentare zu „Corporate Blog: Mit diesen 7 ½ Beitragsformaten erschaffen Sie sich treue Fans“

  1. Klare Worte, fundiertes Wissen! Ich bin begeistert und empfehle deinen Artikel für Auftraggeber und Schreiber gleichermaßen, auch wegen dem sehr guten Überblick der Text-Formate – immer mit dem Fokus auf eine definierte Zielvorgabe.

    1. Ich danke dir für deine Worte, Bianca. Freut mich, wenn die Inhalte meiner Texte weiterhelfen. Dann habe ich mein Leseziel erreicht :).

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